Kratzbaum-Ratgeber: so finden Sie einen, den Ihre Katze wirklich nutzt
7. August 2026 4 Min. Lesezeit
Kratzen ist bei Katzen keine Unart, sondern ein Grundbedürfnis: Damit pflegen sie ihre Krallen, strecken sich nach dem Schlafen durch und markieren ihr Revier. Abgewöhnen lässt es sich nicht, und das muss es auch nicht. Ihre Aufgabe ist nur, ein attraktiveres Ziel anzubieten als das Sofa.
Hoch genug und absolut standfest
Die erste Prüfung ist die Höhe. Ihre Katze muss sich am Kratzbaum in voller Länge ausstrecken können. Für eine erwachsene Katze bedeutet das mindestens 60 Zentimeter Kratzfläche, für größere Tiere eher 90. Wenn Ihre Katze sich an der Sofalehne aufrichtet und dort kratzt, zeigt sie Ihnen genau, welche Fläche sie sich wünscht.
Die zweite Prüfung ist die Standfestigkeit. Ein Kratzbaum, der beim ersten kräftigen Zug wackelt, wird nie wieder benutzt. Eine breite, schwere Bodenplatte ist Pflicht, bei höheren Modellen hilft ein Platz an der Wand oder eine Befestigung.
Material und Richtung: Beobachten Sie das aktuelle Ziel
Das klassische Sisalseil gewinnt bei den meisten Katzen, weil es den Krallen den richtigen Widerstand bietet. Aber nicht jede Katze kratzt senkrecht: Wer den Teppich bearbeitet, sucht eine waagerechte Fläche und braucht eher ein liegendes Kratzbrett aus Pappe oder Sisal. Die aktuellen Ziele Ihrer Katze sind eine präzise Bestellung: Türrahmen bedeutet senkrecht, Teppich bedeutet waagerecht.
Der Platz zählt mindestens so viel wie das Möbel
Ein Kratzbaum, der im Keller oder in der Schlafzimmerecke versteckt steht, verliert gegen das Sofa mitten im Wohnzimmer. Gute Plätze sind:
- Direkt neben dem aktuellen Ziel, etwa der angekratzten Sofaecke.
- In der Nähe des Lieblingsschlafplatzes, denn nach dem Aufwachen wird fast immer gestreckt.
- Ein gut sichtbarer Punkt der Wohnung, an dem Markieren aus Katzensicht Sinn ergibt.
- In Mehrkatzenhaushalten pro Katze ein Exemplar plus ein gemeinsames.
Die Umgewöhnung ist ein Geduldsspiel: Reiben Sie den Kratzbaum mit Katzenminze ein, spielen Sie mit der Federangel um ihn herum und loben Sie jede freiwillige Nutzung. Drücken Sie die Pfoten niemals mit Gewalt auf die Fläche, das schreckt nur ab. Decken Sie das alte Ziel für einige Wochen ab oder machen Sie es unbequem, und die meisten Katzen wechseln von selbst.
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